Mitte April 2026 hieß es für uns zwei Lehrkräfte der IGS Kandel: Koffer packen für eine ganz besondere Fortbildung. In Florenz wollten wir nicht nur Land und Leute sowie Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen EU-Staaten kennenlernen, sondern auch den „Referenzrahmen Kompetenzen für eine demokratische Kultur“, den der Europarat für die Mitgliedsstaaten ausgearbeitet hat. Ermöglicht wurde die Teilnahme durch die Förderung im Erasmus+-Programm im Rahmen des Konsortiums der ADD.
Vor Ort überzeugten uns nicht nur das hervorragende Wetter in einer der schönsten Landschaften Italiens, sondern auch das spannende Kursprogramm. Im Zentrum stand der bereits erwähnte „Referenzrahmen Kompetenzen für eine demokratische Kultur“. Er bietet europäischen Lehrkräften eine Handreichung zur Gestaltung demokratischer Prozesse in Schulen – mit dem Ziel, in der gesamten EU die demokratische Haltung der Schülerinnen und Schüler zu stärken, insbesondere im Hinblick auf Menschenrechte und interkulturellen Austausch.
Unser Lehrer arbeitete dabei mit sehr abwechslungsreichen Methoden und Sozialformen, um uns aktiv in den Unterricht einzubeziehen. Dies führte zu einem angeregten Austausch im Kurs. Vor allem bei kreativen Aufgaben wurde auch viel gelacht, wobei die Inhalte immer im Zentrum standen.
Im Kurs wurde der Referenzrahmen vorgestellt und darüber hinaus gezeigt, wie Lehrkräfte mithilfe des Reflexionstools den eigenen Unterricht und die Schulkultur evaluieren können. Anhand der sogenannten Deskriptoren lassen sich sowohl die Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler als auch die eigenen professionellen Kompetenzen konkret beurteilen. So wird sichtbar, an welchen Punkten weitergearbeitet werden sollte. Dadurch kann nicht nur der Unterricht demokratischer gestaltet und die demokratische Einstellung der Lernenden gefördert werden; die Impulse lassen sich auch in die Schule hineintragen, zum Beispiel durch schulinterne Fortbildungen oder demokratiefördernde Projekte, die die Demokratiefähigkeit von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften stärken.
Diese theoretischen Aspekte wurden durch den interkulturellen Austausch mit Teilnehmenden aus anderen EU-Mitgliedstaaten lebendig untermauert: Neben zwei weiteren Deutschen waren zwei Lehrkräften aus Bulgarien, eine Kollegin aus Polen, eine aus den Niederlanden und zwei aus Frankreich dabei. Unterschiedliche Herangehensweisen an die Demokratieförderung in den jeweiligen Schulen, erfolgreich umgesetzte Projekte, Ideen und Unterrichtsmethoden boten allen Beteiligten vielfältige Anregungen für den eigenen Unterricht.
Und nach dem Unterricht blieb auch noch Zeit, die wunderschöne Stadt Florenz zu erkunden und die eine oder andere Eisdiele auszuprobieren. Am Ende bleibt eine spannende, lehrreiche und informative Woche in Florenz in Erinnerung, die den Unterricht sicher noch lange bereichern wird.




