Am 23. und 24. April 2026 fand in Ingelheim der diesjährige Landeswettbewerb von Jugend forscht Junior statt – und für die IGS Kandel wurde er zu einem historischen Ereignis:
Nach Erfolgen in den Sparten Biologie, Chemie und Arbeitswelt in vergangenen Jahren konnte die IGS Kandel nun erstmals auch im Fach Physik einen Landessieg erringen.
Julian Ellenberger (Klasse 6d) und Zoe Wingerter (Klasse 6a) hatten sich beim Regionalwettbewerb in Bad Kreuznach im Februar 2026 für den Landesentscheid qualifiziert und auch auf Landesebene überzeugten sie die Jury mit ihrer außergewöhnlichen Forschungsarbeit und wurden schließlich mit dem Landessieg in Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.
Ein spannendes Experiment
Ausgangspunkt ihres Projekts war ein Experiment aus der Talentpool-AG der IGS Kandel:
Eine Tasse ist über eine Schnur mit zwei Unterlegscheiben verbunden. Wird die Schnur über eine Stange gelegt und die Unterlegscheiben losgelassen, wickelt sich die Schnur um die Stange – und die Tasse bleibt hängen, anstatt zu Boden zu fallen. Diese zunächst einfache Beobachtung führte zu einer großen Frage: Könnte dieser Versuch anstelle der Tasse auch mit einem Menschen funktionieren? Und warum passiert das überhaupt?
Systematische Forschung mit beeindruckender Ausdauer
Julian und Zoe gingen dieser Frage mit großem Engagement nach. In zahlreichen Versuchsreihen untersuchten sie das optimale Gewichtsverhältnis auf beiden Seiten der Schnur, den besten Startwinkel, um möglichst viele Umwicklungen zu erreichen und die ideale Startposition der Schnur, um Zusammenstöße zu vermeiden und dennoch genügend Wicklungen zu erzeugen. Mit viel Geduld und wissenschaftlicher Genauigkeit tasteten sie sich Schritt für Schritt an eine Lösung heran.
Vom Modellversuch zur realistischen Anwendung
Ein besonders spannender Teil ihrer Arbeit war die Übertragung des Experiments auf größere Gewichte. Da ein sicherer Versuchsaufbau mit Menschen noch nicht garantiert werden konnte, entwickelten die beiden eine kreative Alternative: Sie arbeiteten mit einem Boxsack, dessen Gewicht – inklusive Kleidung und Klettergeschirr – dem eines Menschen entsprach.
So konnten sie ihre Hypothesen unter realitätsnahen Bedingungen an unserem Schulgebäude in 6 m Höhe testen und schließlich erfolgreich durchführen. Darüber hinaus gelang es ihnen, eine physikalische Erklärung für das beobachtete Phänomen zu formulieren – ein entscheidender Faktor für ihren Erfolg im Wettbewerb.
Ein Meilenstein für die IGS Kandel
Julians und Zoes Erfolg zeigt eindrucksvoll, wie Neugier, Durchhaltevermögen und wissenschaftliches Arbeiten bereits in jungen Jahren zu herausragenden Leistungen führen können. Die gesamte Schulgemeinschaft ist stolz auf diesen außergewöhnlichen Erfolg und gratuliert den beiden Nachwuchsforschenden herzlich zu ihrem verdienten Sieg.
Abschließend blicken die beiden schon wieder nach vorne: Mit Unterstützung der von ihnen kontaktierten „Sendung mit der Maus“ hoffen sie, das Experiment nicht nur mit einem Boxsack, sondern – selbstverständlich unter professioneller Sicherung – auch am eigenen Leib durchführen zu können.



