Ein einzelnes Amselmännchen war der Auslöser für ein ganz besonderes Projekt.
Auf dem Schulgelände der IGS Kandel entdeckte Nils aus der Klasse 6a einen stark geschwächten Vogel. Die Schülerinnen und Schüler tauften ihn auf seinen Finder „Nils“. Das Tier war abgemagert, kraftlos und litt unter massivem Wurmbefall – vermutlich verursacht durch falsches, gut gemeintes Futter.
Schnell war klar: Wegsehen ist keine Option. Das Amselmännchen wurde umgehend zur Wildvogelhilfe Rohrbach gebracht, wo es nun fachkundig versorgt und aufgepäppelt wird.
Für die AG von Schüler für Tiere e.V. war das aber erst der Anfang.
In einer großen Gemeinschaftsaktion stellten die Kinder aus rund 10 Kilogramm Kokosfett sowie vielen weiteren Kilogramm Körnern, Haferflocken und artgerechten Saatenmischungen zahlreiche Futteraufhänger her. Diese wurden anschließend über das gesamte Schulgelände verteilt.
Begleitet wurde die Aktion von intensiver Aufklärung: Welche Nahrung brauchen Wildvögel wirklich? Warum schadet Brot? Wie wichtig ist Hygiene an Futterstellen? Und wie lassen sich Krankheiten vermeiden?
So wurde aus einem traurigen Fund ein lebendiges Lernprojekt für praktischen Natur- und Artenschutz.
Der kleine „Nils“ hat viel bewegt: Aus Mitgefühl wurde Verantwortung – und aus Verantwortung gemeinsames Handeln. Nun hoffen alle, dass das Amselmännchen bald gestärkt in die Freiheit entlassen werden kann.
Bis dahin sorgen viele neue Futterstellen dafür, dass kein Vogel auf dem Schulgelände hungrig bleiben muss.
Mitweltschutz beginnt im Kleinen – manchmal mit einem einzigen Amselmännchen.








