Im Rahmen der Kooperation mit dem Staatstheater Karlsruhe zur Förderung der kulturellen Teilhabe der Schülerinnen und Schülern hat der WPF Kurs DS Klasse 10 zusammen mit Frau Stein eine Aufführung des Stücks „Mädchenschrift“ von Özlem Özgül Dündar besucht. In dem Stück geht es um die Auseinandersetzung mit dem weiblichen Körper und der Rolle der Frau in unserer Gesellschaft. Die Besonderheit der Inszenierung basierte auf dem Bühnenbild. Dieses wurde mit Tüchern gestaltet, die von der Decke hingen und in unterschiedlicher Weise von den Darstellerinnen in das Spiel eingebunden und genutzt wurden. Dieser theatrale Effekt rief bei dem Publikum sehr viele Assoziationen und Bilder hervor, welche nach der anschließenden anonymen Publikumsbefragung mittels QR-Codes zu einer lebhaften Diskussion führten.
Im Folgenden seien einige Eindrücke des WPF-Kurses aufgeführt:
- „Am Anfang standen die Schauspielerinnen hinter den Tüchern, die leicht durchsichtig waren und damit zeigten, wie angreifbar und sichtbar man doch ist, auch wenn man sich versteckt.“
- „In einer Szene waren die Schauspielerinnen in die Tücher eingedreht: Die Tücher waren wie eine Hülle oder sogar ihre Haut, in der sie gefangen waren, ihre eigene Haut engte sie ein und sie fühlten sich darin unwohl.“
- „Das Tuch war wie eine „Zwangsjacke“, weil Frauen oft dazu gezwungen werden, Sachen zu machen, die sie nicht wollen oder für die sie nicht bereit sind.“
- „Der Schleier als Einengung thematisiert, dass Frauen sich in unserer Gesellschaft immer noch benachteiligt und eingeengt fühlen von der Erwartung, dass sie sich um „Kinder und Haushalt kümmern“ und sich dadurch nicht richtig entfalten können. Die Spielerinnen, die hinter dem Schleier stehen, zeigen, dass wir alle unsere inneren Konflikte nicht zeigen, man erkennt nur das Äußere. Frauen werden außerdem nur auf ihr Äußeres beschränkt und ihre wahren Stärken oder Besonderheiten nicht beachtet.“

